Wie so oft, kommt alles anders als wie man denkt. Eigentlich wurde für das Wochenende schlechtes Wetter voraus gesagt. Nach dem Aufstehen am Samstagvormittag, sah es draußen aber ziemlich sonnig aus. Das Wetter schreite förmlich nach einer gemeinschaftlichen kleinen Angeltour.

Nach zwei kurzen WhatsApp Nachrichten mit einem Treffpunkt und einer Uhrzeit, wurde das Tackle schnell im Auto verstaut. Es verschlug mich an mein ehemaliges Hausgewässer – ein verbauter, mitten in der Stadt liegender,  überfischter flacher Kanal.

Junge Angler voller Tatendrang an der Spundwand

Meine Angelkollegen Timon und Max waren wie immer pünktlich vor Ort und fischen voller jugendlichen Tatendrang bereits die kleine Spundwand vor der Schleuse ab.

Bis ich meine Ausrüstung soweit startklar hatte, flogen schon die ersten Barsche aus dem Wasser. Die beiden Jungs, erinnerten mich an meine Zeit an dieser Wasserstraße. Früher bin ich hier, so wie sie jetzt auch, mit meiner Spinnrute entlang gelaufen. Ich kannte jedes Hindernis und jede Hänger trächtige Angelstelle. Früher hatte ich zwei Spinner, einen Blinker und wenn es richtig gut lief, hatte mein Opa mir kleine Twister mitgebracht. Damals war jeder Köderverlust ein herber Schlag ins Portmonee. Das waren Zeiten…..Früher war alles anders. Oder doch nicht?

Max hat ein Hänger. Sein Gesichtsausdruck spricht Bände. Nichts hilft – Abriss. So ähnlich muss ich auch drein geschaut haben, als damals mein letzter Twister in dem Gewässer verschollen blieb.

Nachdem der Eisensteg mir nicht einen Fisch brachte, ging es in Richtung Innenkurve. Hier ist das Wasser etwas flacher. In dem abgestorben Kraut lassen sich ab und zu immer einige Fische fangen.

Frisch gefangener Barsch an der Spundwand

Vor allem die Barsche sonnen sich zu dieser Jahreszeit häufiger in dem ruhigen Wasser. Nachdem dritten Wurf  gab’s einen ordentlichen Tock in der Rute. Ein kleiner Hecht hatte sich den Micro-Köder geschnappt. Kleiner Hecht- große Freude.

Der Hecht am Haken, die Freude im Gesicht

Es lief aber weiterhin schleppend. Also musste ein neuer Spot her. Neuer Spot neues Glück, wie man so schön sagt. Wenn Räuber am Platz sind, braucht man normalerweise maximal 5 Würfe bevor sich einer den Köder schnappt. Was soll ich sagen, Timon brauchte an der neuen Stelle nur genau einen. Einer der besseren Barsche hatte den kleinen Gummifisch zum fressen gern.

Jungangler schnappt sich einen Barsch

So kann es weiter gehen. Max lädt wenig später voll durch. Barsch Nummer 2 an dem Platz ist raus.

Der Jungangler mit seinem frisch gefangenem Barsch

Danach war die Action schlagartig vorbei. Ruhe kehrte am Platz ein. Das Alarmsystem der Stachelritter funktionierte anscheinend tadellos. Unser Alarmsystem aber auch, denn unsere Mägen verlangten nach einer Stärkung.

Nach der Mittagspause vollzogen wir einen totalen Platzwechsel. Entweder es läuft dort besser, oder wir haben falsch gepokert. Um es kurz zu machen – Es lief zäh, aber es lief. Jeder von uns Dreien hatte nochmal Fischkontakt.

Jungtalente mit erfolgreichem Fang

Wenn wir hier am Kanal Angeln fahren, wissen wir, dass uns keine kapitalen Fische, geschweige denn Massenfänge erwarten. Darum geht es uns auch nicht. Wir wollen einfach nur Angeln. Ohne großen Aufwand zum Wasser,  unseren Spaß haben, Köder testen, abspannen und gemeinsam etwas erleben. Angeln ist mehr als nur Fische fangen.

Tight Lines

Eric Struck

2018-02-07T13:19:48+00:00