Mehr als nur eine Alternative – Die Krebsimitation Komodo Claw

Aufgewachsen zwischen Niederrhein und Ruhrgebiet, wächst man unweigerlich mit einem Sprichwort auf: „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“ Bezogen auf meine Angelei muss ich gestehen, dass die Baits die einmal laufen, einen festen Bestandteil in meinen Köderboxen haben. Es bleibt also eigentlich nur sehr wenig Platz für etwas Neues. Der Ursprungsgedanke stammte noch aus der Winterzeit und der damit verbundenen Jagt auf Großbarsche. Während es teilweise Beissflauten auf Gummifische gab, konnten andere mit Krebsimitaten dennoch den ein oder anderen Barsch rauskitzeln.

Es wurde also Zeit – dass ich etwas verändern und umdenken muss! Schließlich bin ich eines Abends beim durchwälzen des Spro Katalogs beim Komodo Claw stehen und hängen geblieben. Ich entschied mich passend zu meinen Gewässern für die 9cm Variante, welche in 11 Farbtönen verfügbar ist. Es stehen also genug Dekore zur Auswahl, um sich entweder dezent dem Untergrund anzupassen, oder den farblichen „Schocker“ auszupacken.

Der Komodo Claw besitzt einen flachen, massiven Körper, zwei kleine, mittig sitzende Beine und zwei größere, auftreibende Scheren. Auf der Ober- und Unterseite befindet sich eine Hakentasche, genau wie an seinen Seiten, die für die Benutzung eines Offset-Hakens vorgesehen sind. Bereits beim ersten Versuch am Wasser, fiel mir sofort der spielerische Lauf auf. Ob Gezupft, einfach eingekurbelt, oder in der Strömung an gespannter Schur stehen lassen, der Köder arbeitet Unterwasser extrem gut und verführerisch bei minimalen Aufwand.

Wie fische ich den Komodo Claw?

Ich benutze hauptsächlich vier Varianten, die ich je nach Lust und Laune der Räuber nacheinander abarbeite.

Variante 1: Am Offset Haken mit dem Cheburashka Bottom Jigs

Diese Montage bietet mehr Flexibilität und Bewegungsfreiheit im Vergleich zu Montagen mit festen Jigköpfen. Das Gewicht kann einfach ausgewechselt werden, um den bestmöglichen Köderkontakt zu erhalten. Ich bin überzeugt, dass diese Montage ideal für Krebsimitationen und Grundeln ist. Meiner Meinung nach bietet der Bottom Jig eine sehr natürliche Köderpresentation und überzeugt durch seine Effektivität.

Variante 2: Am leichten Jigkopf

Am leichten Jigkopf wird der Köder entweder gefaulenzt oder leicht angejiggt. Der Komodo Claw gleitet durch das Wasser und lässt seine Reize spielen.

Variante 3: Am schweren Jigkopf

Stehen die Fische hart am Grund und sind gerade nicht in Jagdlaune, lohnt es sich immer diese Montage auszuprobieren. Beste Ergebnisse habe ich bei ruckartigen Sprüngen des Köders mit anschließender Ruhephase an strammer Schnur gemacht

Variante 4: Am Erie Jigkopf

Die Montage am Erie-Jigkopf ist definitiv einen Versuch wert. Durch die Köderpresentation von 45 Grad vom Boden, stellen sich die Vorderbeine/Scheren auf und machen so auf sich Aufmerksam. Ähnlich wie bei der Dropshotmontage habe ich den Köder einfach stehen gelassen und habe ihm etwas Leben, mittels kleinerer Zupfer über die Schnur, übertragen. So ist ein langsames ausfischen mit viel Köderaktion möglich. Bei den ersten Versuchen Barsche zu finden, gab es direkt die ersten angenehmen Überraschungen.

Zander, teils in beachtlichen Größen, packten den Komodo Claw knallhart, als wollten die Räuber den Panzer der Beute im ersten Anlauf knacken. Als die ersten Barsche den Köder mit der gleichen Intensität attackierten, war mir klar der Bauer sollte seinen Speiseplan vielleicht noch einmal überdenken.

Gerade an stark befischten Spots, können Kleinigkeiten manchmal den großen Unterschied ausmachen und noch den einen oder anderen Biss rauskitzeln.

Tight Lines

Stephan Schober

2017-08-14T06:27:08+00:00