Seit ich das erste Mal bei den World Predator Classics im Streetfishing-Event teilgenommen habe, bin ich mit dem Virus des Wettkampfangels infiziert. Ich war sofort Feuer und Flamme als man mich fragte, ob ich mit Björn zusammen beim Open Street Amsterdam 2017 teilnehmen möchte. Wie es vor einer Woche gelaufen ist, könnt Ihr in diesem Blog Eintrag nachlesen.

Die Frage, ob ich Lust und Zeit hätte, mit Björn die OSA-Competition zu fischen, hatte ich natürlich sofort mit ja beantwortet. Trotzdem gingen mir danach sofort Gedanken durch den Kopf, ob es so sinnvoll ist, in einer Stadt, in der man noch nie geangelt hat, sofort an einem solchen Turnier mit vielen Locals teilzunehmen. Auf der anderen Seite befinden sich meine Hausgewässer mitten in der Großstadt Hamburg und das urbane Fischen liegt mir quasi im Blut. Wenn man in der einen Stadt erfolgreich fischt, wird man sich auch in einer anderen Stadt orientieren und hoffentlich schnell den einen oder anderen Spot erschließen können.

Bevor ich also am frühen Samstag in Amsterdam angekommen bin, stand an erster Stelle die Recherche über das Gewässer im Vordergrund. In die Wertung konnten wir drei Barsche, Zander und Hechte einbringen. Das bedeutet, dass wir idealer Weise für alle drei Arten mehrere Spots zur Verfügung haben. Die Vielzahl an Brücken, Gräben und Kanälen in Amsterdam, bot auf den ersten Blick ein riesiges Repertoire an möglichen Hot Spots. Also gab es auch eine perfekte Gelegenheit, die Neuheiten aus der Freestyle Serie auf Herz und Nieren zu testen

Am ersten Trainingstag überlegten wir uns als Taktik erst einmal viel Strecke abzufischen und ein Gefühl für die lokalen Gegebenheiten zu bekommen. Um möglichst viel Fläche nach aktiven Räuber abzusuchen, habe ich an der Freestyle Skillz Rute den Urban Prey Shad am Tungsten Bottom Jig gefischt. An der zweiten Rute hatte ich meinen Klassiker, den Bony Shaker in 8cm am Dropshot System montiert, um gezielt einzelne Pfeiler, Stege und andere Unterstände abzufischen.

Direkt an der ersten Brücke schlug Björn dann zu. Ein mittlerer Barsch hatte sich direkt an einem Boot den 6cm Komodo Shad in der Farbe Camo Perch einverleibt. Kurz darauf stieg auch bei mir der erste halbstarke Barsch auf den Bony Shaker in der Farbe Sexy Blue Back ein. Dieser Lauf zog sich über den ganzen Tag hinweg. An jeder Brücke langten die Barsche der 25 bis 30cm Größe auf unsere Köder. Von Zandern war jedoch keine Spur.

Am Ende des Trainingstages hat sich dann abgezeichnet, dass die größeren Fische in tieferen Abschnitten zu suchen waren. So konnten wir letztendlich am Hauptstrom an einzelnen Kanten auch die ersten Ü30er Barsche fangen. Sogar die ersten, wenn auch kleinen, Zander fanden und inhalierten unsere Köder. Mit dem Wissen, dass wir die Barsche schnell vollbekommen werden, ging es zurück ins Hostel.

Am Wettkampftag war die Taktik eindeutig. Zuerst wollten wir an eine Spundwand mit einer tiefen Kante und einem flachen Plateau, an dem wir am Vortag die meisten großen Barsche fangen konnten. Der erste Wurf landete direkt an einem Pfeiler und kaum lag das Blei am Grund durchfuhr ein knallharter Tock meine Rute.

Nach kurzem Drill landete ein 38er Barsch im Dropnet und konnte nach zwei schnellen Bildern zurück in sein Element. Wenige Würfe später konnten wir die drei Barsche mit mehreren Ü30ern abhaken und mussten uns nun den Zandern stellen. Björns Taktik sah zuerst so aus, dass er mit dem Booby Trap Shad in 9cm in der Farbe Pepper Melon die Spundwände vertikal abfischte, während ich noch nicht ganz von meinem Bony Shaker ablassen konnte. Dabei besprachen wir das weitere Vorgehen. Es kam wie es kommen musste. Mitten in der Abstimmung über das weitere Vorgehen, gab es für Björn einen leichten aber an der Solidz deutlich spürbaren Zanderkontakt, der aber leider nicht hängen blieb. Anhand der Bissspuren am Köder, erkannten wir jedoch, dass wir auf der richtigen Fährte waren. Da Köderform, Größe und Gewicht offenbar passten, entschied ich mich für den gleichen Köder in einem natürlichem Dekor (Salt&Pepper) als Kontrast zur fluoreszierenden Farbe meines Teampartners anzubieten.

 

Die befischte Spundwand lief in einer langen Landzunge aus, an deren Ende Björn seinen Köder mit dem Spruch: „ich fange mal kurz einen Zander“ in Richtung Fahrrinne fliegen ließ. Nach wenigen Kurbelumdrehungen tockte es sichtbar in Björns Rute. Der Anhieb saß und ein spannender Drill sorgte für Aufregung und einen schnelleren Herzschlag. Quasi auf Ansage landete der erste zählbare Zander mit 51 Zentimetern im Kescher und brachte Björn wertvolle Punkte auf das Konto.

Die nächsten zwei Stunden waren das reinste Bissfestival. Ein Barsch und Zander nach dem anderen landeten im Net Stick und konnten mit diesem genau so leicht und schonend wieder zurückgesetzt werden. Einzig der Fluch mit der Größe blieb bestehen. Von 17 weiteren Zandern kam keiner mehr über die erforderlichen 42cm Mindestmaß. Somit zogen wir kurz vor 16:00 Uhr mit jeweils über 100 Punkten und einem sicheren Platz im oberen Mittelfeld zum Startpunkt zurück.

Letztendlich kann ich sagen, dass sich der Weite Weg und die Herausforderung in der fremden Stadt absolut gelohnt hat. Der Adrenalinkick, wenn in einem Wettkampf der wichtige Fisch gebissen hat, die Freude wenn er gelandet wurde und auch die Gemeinschaft, die bei solchen “Wettkämpfen” entsteht, sind einzigartig. Ich konnte viele neue Sachen aus der neuen Freestyle Serie ausgiebig testen und mit Björn neue Ideen sammeln. Dazu kommt, dass ich die Möglichkeit hatte, mit anderen Anglern zu sprechen und neben den normalen Gesprächen auch Feedback, Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu unserer Serie sammeln konnte. Was bleibt, sind viele Erinnerungen, Ideen & Eindrücke und ein Video über das, was wir erlebt haben.

Weiterhin viel Erfolg am Wasser!

Florian Engelke

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2018-01-03T15:53:04+00:00