Es gibt Tage an denen die Sehnsucht nach fernen Ländern, unberührter Natur mit kampfstarken Fischen so richtig unerträglich in mir wütet.

Das sind diese Tage, an denen ich mir überlege, wo ich wieder einmal auf die Suche nach diesen Momenten, Erlebnissen und Angelabenteuern gehen kann.

Diesen Sommer habe ich mich mit meinen beiden Freunden Christian und Norbert für den Norden Norwegens entschieden. Unser Ziel waren die Lofoten, eine in den Atlantik ragende Inselkette.

Inselgruppe im Atlantik - Die Lofoten

Eine wilde, unberührte, wunderschöne Natur mit einem großen Fischbestand, hat uns magisch angezogen.

Große Dorsche, Heilbutts und vor allem kampfstarke, riesige Seelachse von über 20kg sind im nördlichen Atlantik keine Seltenheit.

Unweit der Lofoten , in der Nähe des Festlandes, am bekannten Saltstraumen, wurde der aktuelle Weltrekord Seelachs von 22,7 kg mit der Angel gefangen.

Genau wegen diesen Seelachsen haben wir uns auf den langen Weg auf die Lofoten aufgemacht.

So ging es voller Vorfreude mit jeder Menge Angelausrüstung im Gepäck zum Flughafen nach Zürich.

Mit der SAS ging es dann von Zürich über Oslo nach Bodo, was an der Küste im Norden Norwegens liegt. Wir überflogen beeindruckende, schneebedeckte Berglandschaften, bis wir am Abend dann in Bodo eintrafen.

Im 17. Stock des besten Restaurant Bodos, genossen wir ein hervorragendes Abendessen mit Blick auf das Meer.

Ausblick aus dem 17. Stock des besten Restaurants vor Ort

Gestärkt und gut ausgeruht ging es dann am nächsten Morgen mit einer kleinen Maschine von Bodo auf die Lofoten. Allein der Anflug auf die Lofoten hat mein Herz höher schlagen lassen, denn ich wusste genau, dass es nur noch wenige Momente sind, bis sich die Ruten wegen den unglaublichen Fluchten der Seelachse im XXL-Format krümmen werden.

Am Flughafen wartete schon unser Vermieter. Nach kurzem Begrüßungsritual ging es ins Camp.

Dort angekommen wurde die Angelausrüstung ausgepackt, Montagen hergerichtet und Köder bereit gelegt.

Es folgte die Bootsübergabe, sowie eine Einführung in die Sicherheitsausrüstung des Bootes inklusive Funkgerät und Echolot mit Kartenplotter.

Das besondere bei solch einem Angeltrip ist es eben auch, wenn man selbst mit dem Boot auf das Meer fahren kann, selbst dafür verantwortlich ist, dass alle wieder wohl behalten ankommen.

Die Fische muss man selber finden. Bei der Landung von großen Fischen, ist dann auch eine gut funktionierende Mannschaft an Bord gefragt.

Voll motiviert, legten wir dann etwa 1 Stunde nach Ankunft vom Hafen des Camps ab. Aufgrund unseres letztjährigen Trips wussten wir schon genau, wo wir die ersten Köder testen wollten.

Mit dem Roccard Booten aufs offene Meer hinaus

Bei leichtem Wellengang, ging es mit dem 6m langen Roccard Booten, welche mit 70 PS Motoren ausgestattet waren, etwa 40 Minuten auf das offene Meer hinaus.

An den dortigen Unterwasserbergen versammeln sich jedes Jahr unglaubliche Mengen von Heringen, Makrelen und kleinen Seelachsen.

Sicherheit hat oberste Priorität - Einführung in Funkgerät und Echolot mit Kartenplotter

Genau auf diese Futterquelle haben es die großen Räuber wie Dorsch, Heilbutt und Seelachs abgesehen.

In den Gewässern der Lofoten finden sich auch z.B. Orcas

Auch andere Meeresbewohner, wie z.B. Orcas sind in den Gewässern der Lofoten auf Futtersuche. Mit etwas Glück kann man diese unglaublichen Tiere bewundern.

Dort angekommen, konnten wir gleich am Rand zum tiefen Wasser die Seelachse finden. Mit dem 3. Wurf wurde mein Gerät gleich auf eine harte Probe gestellt.

Die erste Flucht ging mit einer unglaublichen Kraft bis zum Grund des Meeres, was an dieser Stelle etwa 60 m tief war.

Es war in diesem Moment unvorstellbar, den Fisch bei seiner Flucht nach unten zu stoppen. Ich hatte eher den Eindruck, einen D-Zug gehakt zu haben.

Die Fluchten wurden kürzer und schließlich kam gleich als erster Seelachs ein Fisch von etwa 16 kg an die Wasseroberfläche.

Was für ein Einstieg! Genau wegen diesen Kämpfern haben wir den Weg auf die Lofoten gemacht.

Gleich zu Beginn einer Angeltour einen Seelachs mit 16kg am Haken

Die nächsten 2 Stunden wurden unsere Arme lang und länger.

25 Seelachse zwischen 12 und 16 kg hielten uns auf Trapp.

Die Größe der Seelachse spiegelt die Freude der Angler wieder
Seelachsfischerei im Atlantik vor den Lofoten

Mit der schwächer werdenden Strömung ließen dann auch die Bisse der Seelachse nach und wir konnten erst einmal durchschnaufen.

Allerdings wurde Norbert irgendwie immer ruhiger und legte immer längere Angelpausen ein. Nachdem seine Gesichtsfarbe sich in Richtung blass-gelb-grün entwickelt hatte, und er dann tatsächlich auch versuchte die Fische anzufüttern, entschlossen wir uns Norbert zurück ins Camp zu fahren. Die Seekrankheit ist nicht zu unterschätzen und kann eigentlich auch nur an Land geheilt werden.

Also ging es zurück ins Camp. Nach einer kurzen Stärkungsphase waren Christian und ich wieder auf dem Weg in Richtung Seelachs. Norbert blieb an Land und versprach uns frischen Kartoffelsalat fürs Abendessen zu machen.

Zurück an den Unterwasserbergen mussten wir nicht lange bis zum nächsten Tidenwechsel warten. Mit der stärker werdenden Strömung nahmen die Bisse der Fische wieder deutlich zu.

Seelachsfische bis zu 15kg im Atlantik fischen

Weiter ging es mit der „megageilen“ Seelachsfischerei. Mehrfach Doppeldrills, zahlreiche Fische bis 15 kg und schmerzende Arme, Nacken und Rücken führten uns dann um 22.00 Uhr zurück ins Camp.

 

Eine Angelreise zu den Lofoten

Die nächsten 3 Tage konnten wir somit Fisch drillen bis alles schmerzte. Seekrank wurde zum Glück niemand mehr.

Geangelt haben wir in erster Linie mit Spinnruten und Gummifischen verschiedener Gewichte, die ausgeworfen oder auch nur vertikal eingeholt wurden. Alternativ haben wir Jigruten mit recht schweren Gummifischen oder Jigs bis 250 Gramm verwendet. Diese wurden möglichst schnell eingeholt, ähnlich dem Speedjigen.

Am 5. Tag kam dann der erste Herbststurm und Wellen von 4m Höhe machten es unmöglich auf das Meer zu fahren.

Die nächsten Tage wurden dann doch deutlich schwieriger, denn der Sturm hatte die Futterfische und damit auch die großen Seelachse vertrieben.

Zum ersten mal in den Gewässern eine Flunder am Haken gehabt
Zum ersten mal einen Plattfisch in den Gewässern gefangen

Dennoch hatten wir genügend Alternativen. So fischten wir zum ersten Mal auf Plattfisch. Klischen und Flundern zu fangen war hier eine wahre Freude. Mit Shrimp oder Seeringelwürmern waren diese super leckeren Fische leicht zu überlisten. Wir hatten von da an nur noch Plattfisch auf unseren Tellern.

Auch wurde der Heilbutt in den 3 Tagen unser Zielfisch. Wahre Giganten leben hier. Der größte Fisch des Camp maß bisher 2,35 m und brachte 189 kg auf die Wage.

Im vergangenen Jahr hatten wir recht ordentlichen Erfolg auf Heilbutt, Fische von 10 kg konnten wir jedes mal erbeuten. In diesem Jahr hatten wir leider weniger Erfolg und außer 2 Fehlbissen in 3 halben Angeltagen konnten wir leider nicht mehr aufweisen.

Dafür konnten wir beim Angeln auf Heilbutt etliche kapitale Dorsche fangen. Speziell Methoden mit totem Köderfisch war ein Garant für große Dorsche.

Ein riesiger Dorsch frisch aus dem Meer

In den Gewässern um die Lofoten tummeln sich unglaubliche Mengen von Dorschen. Speziell das Frühjahr und der frühe Sommer sind die Topmonate für große Dorsche. Fische bis 1,40 m und 30 kg sind hier möglich.

Der letzte Tag wurde leider wieder durch Wellen von 4,5 m Höhe und Wind bis 10 Windstärken zum Ausfalltag. Aber so das ist auf dem Meer. Die Natur ist beim Angeln eben ein Teil des Spiels.

Eine Angeltour zu den Lofoten

Unsere Reise in den Norden Norwegens war wieder einmal eine tolle Erfahrung, Die Eindrücke von der Natur, die schmerzenden Arme, die unglaublich hart kämpfenden Seelachse haben mich wieder ein weiteres Mal begeistert. Der nächste Trip zu den Giganten der Meere wird kommen.

Euer Christian

Angeltour zum Dorsch, Heilbutt und Seelachs fangen

Jigruten :

20-30 lbs  ( ideal 1,7 bis 2,0 m ) z. B. SPRO Mega Jig Bait

Spinnrollen:

5000 oder 6000 Größe, z.B. SPRO Zalt Arc

Multirollen : mindestens 12 kg Bremskraft

Schnur :

Geflochtene Schnur mit 0,26mm Durchmesser (Multicolour von Vorteil)

Vorfach für XXL-Seelachse : 80-100 lbs

Gummifische :

20-30 cm / je nach Strömung und Drift 80 bis 300 Gramm

z.B. Salty Beast Mega Jig Shad, Giant Flapper, Mega Shad

Jigs :

reflektierend mit großen Augen mit 100g bis 200g z.B.  Pilk´X

2018-02-07T12:47:23+00:00