Mehr als nur eine Alternative?

Die lange Schonzeit kann manchmal ganz schön frustrierend sein. Die Ruten stehen im Schrank, die Köder sind zum dritten Mal sortiert und die Rollen haben auch Ihr Fett wegbekommen. Mit der Zeit habe ich mir jedoch einige Ausweichstrategien gesucht, um doch noch die Rute mit meinen Ködern in die Hand nehmen zu können. Eine Möglichkeit die mir bereits seit längerer Zeit viel Spaß macht, ist das ultra-leichte (UL) Angeln mit Blinkern, oder in Neudeutsch “Spoons“, am Forellensee. Genau diese Alternative möchte ich Euch in diesen Beitrag näher vorstellen.

Welches Gerät eignet sich für die Spoon-Angelei am Forellensee?

Ultra leicht am Forellensee mit Rute und Rolle

Beginnen wir mit den grundsätzlichen Dingen. Es stellt sich die Frage, welches Gerät für diese etwas speziellere Angelei benötigt wird. Die Ruten für das Spoon Angeln sollten in der Lage sein, kleine Ködergewichte weit werfen zu können. Gleichzeitig sollten sie eine weiche, also parabolische Aktion besitzen, um ein Ausschlitzen der Haken zu verhindern. Ich habe mich für den Forellensee für zwei meiner UL Ruten entschieden. Für große Wurfweiten habe ich mit der Gamakatsu AJ Master in 2,40m und 0,5-7gr Wurfgewicht ein wahres Weitwurfwunder, mit dem sich gerade an größeren Forellenseen auch die weiter außerhalb stehenden Forellen erreichen lassen. Um das Set-Up zu komplettieren, nutze ich als Rolle eine 2000er Fibre. Etwas kürzer ist meine zweite Rute mit der ich unterwegs war. Die Freestyle Skillz Micro Lure in 2,10m mit 1-8gr Wurfgewicht ist eigentlich meine Lieblingsrute für kleine Wobbler auf Barsch. Doch am Forellensee hat sie bewiesen, dass sie auch mit deutlich größeren Gegnern zurechtkommt. An der Skillz habe ich eine 1000er Dassault XF montiert, die nicht nur schön leicht ist, sondern sogar farblich gut zu der Rute passt.

Der Führungsstil

Die Freestyle Pouch für deine Spoons

Kommen wir jetzt zu der Führung der Mikroblinker. Der Vorteil an dem geringen Gewicht der Blinker ist, dass sie selbst bei langsamster Führung verführerisch im Wasser spielen. Deswegen heißt die Prämisse auch “Fuß vom Gas“ und die Forellen richtig provozieren. In Zeitlupentempo wackelt der Blinker verführerisch von einer Seite zu anderen. Einzelne kurze Stopps können oft ebenfalls zum Erfolg verhelfen. Versucht zusätzlich auch den Blinker in unterschiedlichen Tiefen zu führen. Lasst hierfür nach dem Auswurf ruhig den Köder ein paar Sekunden lang absinken und zählt in Gedanken mit. Wenn Ihr dann die richtige Tiefe gefunden habt, könnt Ihr bei den darauf folgenden Würfen die gleiche Gewässertiefe mit unterschiedlichen Führungsvarianten intensiv abfischen.

Tipp: Zum Schluss möchte ich Euch noch mitgeben, dass Ihr bei einem Biss nicht wie beim Hecht oder Zander anschlagen müsst. Eine schnelle Kurbelumdrehung reicht vollkommen aus, um die Forelle sicher zu haken.

Florian mit gefangener Forelle

Ist das Angeln mit dem UL Gerät nun eine gute Alternative zum Schonzeitfrust? Aber selbstverständlich! Selbst für erfahrene Angler kann das UL-Angeln eine Herausforderung darstellen. Für Einsteiger ist es eine ideale Möglichkeit, um stets aktiv zu sein und das Vertrauen in einen Spinnköder zu vertiefen.

Zusätzlich ist es auch eine sehr kostengünstige Angelart. Neben der Rute, der Rolle, der passenden Schnur, einem Kescher und den Betäubungswerkzeugen (Messer, Totschläger) wird nur noch eine kleine Tasche benötigt. Zum Beispiel die Freestyle Lure Pouch mit ein paar kleinen Blinkern, etwas Vorfachschnur und ein paar Wirbeln. Mit weniger Ausrüstung wird man selten ans Wasser kommen.

Viel Erfolg am Wasser wünscht Euch

Florian Engelke

2018-04-06T07:57:08+00:00