UL auf Hornhechte

Während nahezu in ganz Deutschland die Schonzeit bereits geendet hat, dauert es bei mir in Hamburg noch ein paar Tage bis Gummifisch, Wobbler und Co. wieder in die Alster und Elbe geworfen werden. Die Ruten im Schrank verstauben zu lassen, kommt jedoch nicht in Frage. Daher bin ich dem Raps gefolgt und habe die Hornhechte gefunden.

Ob mit der Wasserkugel und Heringsfetzen, oder als Beifang beim Meerforellenangeln, die Silberpfeile der Ostsee werden mit verschiedenen Methoden befischt und gefangen. Dieses Mal wollte ich jedoch einen neuen Weg beschreiten. Ich wagte mich mit einer UL Rute und kleinsten Ködern an die Küste.

Die Rute war schnell gefunden. Mit der Gamakatsu AJ Master habe ich eine wahre Weitenjägerin, die zuverlässig auch kleinste Köder in Richtung Horizont feuert. Als Light Rock Fishing Rute, ist sie bei der leichten Küsten Angelei genau in ihrem Element und kann endlich zeigen wofür sie gebaut wurde. Dazu eine kleine, 2000er Red Arc und den Freestyle Shoulder Bag voller Forellenblinker und Ikiru Jerk 65 Wobbler. Fertig war mein Sortiment für die Mission UL Hornhecht.

Für die erfolgreiche Umsetzung, habe ich mir einen flachen Küstenabschnitt mit vielen Steinen ausgesucht. Das flache Wasser wird am schnellsten erwärmt und damit pulsiert hier das Leben. Zwischen den Steinen und dem Tang wimmelt es von Kleintieren und damit auch an kleinen Futterfischen. Hier finden die Hornhechte ein gedecktes Buffet. Die kleinen Blinker und Wobbler imitieren dabei perfekt das natürliche Futter. Besonders der Ikiru Jerk 65 Sardine sieht, mit leichten Schlägen geführt, wie ein verletztes Futterfischchen aus und das aufblitzen der Flanke ist unwiderstehlich für die Raubfische. So sah zumindest die Theorie aus.

Am Wasser angekommen, bestätigte sich direkt meine Stellenwahl, als mehrere Hornhechte mit blitzenden Flanken an der ersten Sandbank entlang zogen. Schnell flog mein Blinker hinterher und nach wenigen Würfen bog sich meine Rute im Halbkreis.

An der leichten Rute zeigten diese Sprungkünstler wieso sie zu Recht den Namen “Marlin des armen Mannes“ erlangt haben. Wilde Sprünge, lange Fluchten und hektische Kopfschläge, ließen die Bremse der Red Arc surren. Immer wieder verschwanden die kleinen Blinker im langen Schnabel und die scharfen Gamakatsu Haken fassten zuverlässig im harten Maul.

Das Highlight dabei war ein ganzer Trupp der silbernen Räuber, die dem Ikiru Jerk bis zu meinen Füßen gefolgt sind und noch unter der Rutenspitze wild den Köder attackiert haben.

Manche Experimente scheitern und manche erweitern den Horizont. In diesem Fall habe ich eine neue Methode gefunden, auf die ich nicht mehr verzichten möchte. An der Küste fühlt sich die AJ Master wie ein Rennwagen an, der endlich von der Straße auf die Rennstrecke gebracht wird. Mit einer Leichtigkeit fliegen 2gr schwere Blinker und der 6,5gr schwere Wobbler in die Fluten. Selbst bei großen Fischen scheint das Rückgrat nach immer mehr zu schreien. Die feine Voll Carbon Spitze pariert jeden Sprung und die zuverlässige Bremse der Red Arc sorgt für den Rest. Zusammen bilden die beiden eine leichte Kombination die auch den wildesten Räubern Paroli bietet. Mit dem UL Geschirr auf Hornhecht ist ein Erlebnis, dass jeder Ostsee Fan einmal probiert haben sollte.

Tight Lines,

Florian Engelke

2017-08-14T06:27:08+00:00