Langsam aber sicher fallen die Temperaturen an Land und auch im Wasser. Es beginnt die Zeit des großen Fressens! Unsere Räuber benötigen für die kalte Jahreszeit ausreichend Energiereserven und fressen sich noch einmal die Bäuche voll. Die Zeit der kraftraubenden Streifzüge läuft langsam aber sicher ab. Es ist an der Zeit unsere Köderführung umzustellen und den Köder in entschleunigter Art und Weise zu präsentieren. Genau jetzt beginnt die Zeit der harten Bisse. Wenn ein Köder erreichbar ist, wird dieser mit großer Wahrscheinlichkeit auch attackiert.

Heute möchte ich Euch meine Lieblingsmethode für diese Zeit näher bringen – dem Nachstellen der Räuber vertikal an den Spundwänden. Eine Methode die ich bevorzugt anwende, sobald die Brut nachts beim anleuchten des Wassers, nicht mehr knapp unter der Oberfläche steht und sich die Raubzüge meist eine Etage tiefer abspielen.

Tipps zum angeln im Winter von Freestyle - Spundwand

Was sind Spundwände?

Spundwände kommen im Hafen und Kanalgebiet, sowie an Abschnitten von Flussstrecken vor. Entweder in massiver betonbauweise oder als lamellenförmig, vorgesetzte, metallische Bauelemente. Sie ist die seitliche Abgrenzung zwischen dem Wasser und Festland.

Gerade letztgenanntere bieten Räubern , sowie Futterfisch Unterschlupf und Versteckmöglichkeiten. Da es in diesen oben genannten Gebieten auf Kleinigkeiten, wie z.B. einen im Wasser liegenden Stein, oder eine kleine ausgespülte Vertiefung von anliegenden Schiffen ankommt, bietet diese Art der Angelei die wahrscheinlich größtmögliche Chance auf seinen Fang.Versteck bietet nicht nur die Struktur an sich, des Öfteren werden diese in Teilbereichen, im Laufe der Zeit auch unterspült.

Tipps zum angeln im Winter von Freestyle - Freestyle Concept

Was benötige ich für diese Art des Angelns?

Ich persönlich bevorzuge kürzere Ruten, ab 1,80m bis ca. 2,20m. Die bevorzugte Rutenlänge ist aber eine Geschmackssache. Es funktionieren auch die längeren Modelle tadellos. Mir ist es wichtig, dass die Rute schnell ist. Durch die langsame Köderpräsentation läuft man sonst in Gefahr, dass dieser weit im Rachen landet, was gerade bei untermaßigen Fischen ärgerlich und unnötig ist.

Bevorzugt fische ich die Spro Freestyle Concept Spin mit 30 Gramm Wurfgewicht. Diese bietet neben einer direkter Bisserkennung und ein sehr gut umzusetzendes eintreiben des Jigs in das Fischmaul, eine optimale Abfederung bei Kopfschlägen und rasanten Fluchten, auf die ich später noch eingehen möchte.

Tipps zum angeln im Winter von Freestyle - Skillz

Die Rollengröße würde ich immer auf die jeweilige Rute anpassen. Bezogen auf die oben genannte Freestyle Rute ist es bei mir die 2000er Freestyle Skillz Rolle geworden.

Bespult habe ich diese mit der GotBraid in 0,13mm. Dazu fische ich Flurocarbon in >0,30mm, da beim Verladen der Gütern, oder vom Wasserdruck der ein oder andere Unrat Richtung der Spundwand gedrückt wird und knoten unnötig Zeit kostet.

Tipps zum angeln im Winter von Freestyle - Magnet Stinger Keeper

Wie geh ich beim Fischen vor?

Wie heißt es so schön? Viele Wege führen nach Rom.

Grob gesagt, fische ich 2 Varianten. Eine mit geringem Gewicht und dementsprechend langsamer Köderführung und eine Variante, mit größerem Gewicht und einer schnelleren Köderpräsentation. Bei beiden gehe ich erstmal gleich vor und lasse den Köder mit abgesenkter Rutenspitze, in Höhe des Spundwandbodens, senkrecht zum Grund. Ist dieser auf Grund aufgekommen, hebe ich die Rutenspitze bei geöffnetem Bügel ca. 30-50 cm an und schließe diesen.

Tipps zum angeln im Winter von Freestyle - Barschfang

Variante 1) Hier spreche ich von Gewichten von 10-14 Gramm. Um den Köder grundnah anbieten zu können, ist die Schrittfolge sehr langsam zu wählen, da sich der Köder sonst zu sehr vom Gewässergrund abhebt. Sollte dies aufgrund der gegebenen Umstände nicht möglich sein, kann man einfach etwas Schnur nachlassen, so erreicht man einen besseren Grundkontakt.

Variante 2) Dazu benötige ich Gewichte ab 14 Gramm aufwärts. Durch das erhöhte Gewicht, kann der Lauf etwas schneller stattfinden und der Köder bleibt im Bereich unter der Rutenspitze.

Das Gewicht ist jeweils der Strömung, der Wassertiefe und dem oben beschriebenem Lauftempo anzupassen. Bei den Ködern bevorzuge ich Größen von 10cm bis max. 15cm, welche meinen Zielfischen Barsch und Zander gleichermaßen zum Biss animieren können. Je nach Vorliebe und Beissverhalten bietet sich die Montage eines zusätzlichen Stingers an.

Ab jetzt wird gelaufen und probiert. Je nach Tagesform und Beisslaune wird der Jig mit einem leichten Ruck leicht angehoben und so in Bewegung gesetzt, oder auch nur auf Höhe gehalten. Wichtig ist in regelmäßigen Abständen, Grundkontakt aufzusuchen um sicherzustellen, dass man im heißen Bereich fischt.

Beim Zander würde ich sagen das die optimal zu führende Höhe des Köders, von überm Grund geschliffen bis knapp 1m über dem Boden ist. Beim Barsch sind bei aktiverer und höherer Köderführung durchaus Bisse zu erwarten.

Tipps zum angeln im Winter von Freestyle - Spundwandkescher

Vom Biss zur Landung

Gerade für Anfänger bietet diese Art der Angelei leicht zu erkennende Bisse. Diese erfolgen meist hart und direkt. Die Bisse nicht mitbekommen, ist eigentlich nicht möglich. Jetzt möchte ich auf den angekündigten Punkt “rasante Fluchten” zurückkommen.

Im Vorfeld ist penibelst auf die Ausführung der Knoten und auf eine fein abgestimmte Bremseinstellung zu achten. Der Fisch wird hart und aus dem nichts einsteigen . Dieser ist im Vollbesitz seiner Kräfte und weiß diese durchaus einzusetzen. Eure Rolle sollte so eingestellt sein, das der Anhieb sitzt, aber bei einem besserem Exemplar noch so viel Spiel hat, um sich seine paar Meter von der Rolle zu nehmen. Eine nicht zu harte Rute bietet Euch zumindest den Puffer, noch einmal umzugreifen um die Bremse nachzujustieren. Bei zu harten Ruten zeigt meine Erfahrung, dass die falsche Einstellung schnell zum Abriss führen kann.

Ist der Fisch gehakt und bereit zur Landung, bitte ich zu bedenken, das man je nach Wasserstand schnell mal 3m über der Wasseroberfläche steht. Um den Fang sicher zu landen, verwende ich das Freestyle Dropnet Xtra oder auch den Freestyle Net Stick. Diese beiden Produkte sind wie geschaffen für die Gegebenheiten. Das geringe Packmaß und das gummierte Angler- und Fisch freundliche Netzmaterial ermöglichen außerdem ein optimales Handling.

Tipps zum angeln im Winter von Freestyle - Großer Zander

Holt langsam die dicken Anzüge und bequemen Schuhe raus… es ist Fangzeit.

Tight Lines

Stephan Schober

2018-02-07T13:48:12+00:00