Dicke Döbel im Winter – Mit Hähnchenleber zum Erfolg

Wenn die Wassertemperatur im Winter fällt, die meisten heimischen Fischarten träge werden und zusätzlich einige Fischarten Schonzeit haben, zieht es mich immer wieder an meine heimischen Flüsse und Bäche um gezielt dicke Dickköpfe zu fangen.

Döbel im Winter

Wie ihr einen solchen Dickkopf im Winter fangen könnt, erfahrt ihr in diesem Blog.

Warum Hähnchenleber?

Im Gegensatz zu vielen anderen Fischarten vergeht Döbeln der Appetit auch im Winter nicht. Allerdings stehen Döbel in der kalten Jahreszeit eher auf stark duftende Köder. Im Sommer darf es gerne süß und fruchtig sein – im Winter setze ich vor allem auf Hähnchenleber, die ich zusätzlich mit einigen stinkigen Zutaten verfeinre. Der Vorteil von Hähnchenleber liegt darin, dass sie nicht nur einen für die Döbel anziehenden Geruch verströmt, sondern zusätzlich im Wasser eine kleine Blutwolke verteilt, die die Dickköpfe auf unseren Köder aufmerksam macht. Weil dieser Effekt nicht ewig anhält, sollte der Köder regelmäßig erneuert werden. Wenn ich länger als eine halbe Stunde auf einen Biss warten muss, wechsle ich entweder den Köder oder auch den Spot. Denn die meisten Bisse kommen in der Regel sogar kurz nach dem Auswerfen.

Frische Leber

So sieht die Leber aus, nachdem das Blut abgeschüttet wurde.

Zugabe von Liquid

Mit dem Liquid sollte man sparsam umgehen.

Futter im Winter anmischen

Einfaches Grundfutter oder Paniermehl sorgen für eine bessere Handhabung.

Das Grundfutter hat das Blut und das Liquid gut miteinander verbunden.

Die Vorbereitung der Hähnchenleber

Die Hähnchenleber kaufe ich tiefgefroren für wenig Geld im Supermarkt. Wenn diese aufgetaut ist, schütte ich zunächst das überschüssige Blut ab und werfe die Leber in einen Eimer oder bereite alles in der Schale der Leber vor. Anschließend füge ich recht sparsam noch flüssigen Lockstoff hinzu. Dieser darf auch gerne sehr stinkig und fischig sein (z.B. SAGA SQUID ADDICT). Das Ganze schüttle ich dann im Eimer durch. Um die Köder später einfacher handhaben zu können, füge ich noch etwas Grundfutter oder Paniermehl hinzu.
Das Anbringen der Hähnchenleber ist ähnlich wie bei einer Brotflocke. Man sticht den Haken einmal durch, zieht ihn raus, dreht ihn um 180° und versteckt ihn in der Leber.

Großmaul mit Leber gefangen

Dieser Döbel hat das Maul wohl zu voll genommen und konnte der Leber nicht widerstehen.

Die richtige Stelle

In meiner bayrischen Heimat fische ich auch im Winter an vielen kleinen Bächen, die oftmals nicht einmal 2m breit und häufig nicht tiefer als 70cm sind. Eigentlich würden die meisten Angler in solchen Gewässern keine Fische vermuten – erst recht nicht im Winter. Deshalb bieten sich vor allem Gewässer an, aus denen die Fische nicht in größere und tiefere Flüsse ziehen können und in denen die Fische überwintern müssen. Zu den besten Stellen an solchen Bächen zählen kleinere Löcher und Gumpen. Wichtig ist, dass die Strömung langsam und gleichmäßig ist und das Gewässer etwas trüb ist. Überall dort, wo das Gewässer ein bisschen tiefer wird und sich potenzielle Nahrung sammeln kann, befinden sich Döbel auf Nahrungssuche. An klaren und sonnigen Tagen kann ich häufig besser ins Wasser schauen und Strukturen erkennen. Eine Polbrille erleichtert die Suche. Hat man solche Spots gefunden, sollte man sich diese gut merken um dort später seine Köder abzulegen.

Die richtige Stelle erwischen

Im Hintergrund ist der monoton verlaufende Fluss gut zu erkennen. Um erfolgreich zu sein, sollte man sich kleine Löcher am Gewässergrund suchen.

Die Montage

Für meine Montage benötige ich nur wenige Kleinteile. Ich fische ohne Vorfach und nutze einfach die 0,16er Hauptschnur auf meiner Rolle. Als erstes fädle ich einen einfachen Posenstopper auf die Schnur. Anschließend nehme ich einen kleinen Tönnchenwirbel und ziehe diesen ebenfalls drauf, um später einen Seitenarm daran befestigen zu können. Nun ziehe ich einen zweiten Posenstopper auf und binde schließlich einen Karpfenhaken in Größe 2 ans Ende. Zu guter Letzt nehme ich ein etwa 20cm langes Stück Schnur und binde dieses als Seitenarm an den Wirbel. Entweder knote ich dann ein Birnenblei an diesen Seitenarm oder ich quetsche ein paar Schrotbleie auf die Schnur. Je nachdem, wie stark die Strömung ist.

Alles was wir an Kleinteilen benötigen

Mehr brauchen wir nicht für die Montage: Bleie, Stopper, Wirbel und Haken.

Mit Hilfe der Stopper kann ich den Abstand zum Haken bestimmen. In der Regel fische ich mit einem 40-60cm Abstand zwischen dem Haken und dem ersten Stopper. Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine gestoppte Laufbleimontage mit Selbsthakeffekt.

Die Montage im Detail

So sieht die Montage im Detail aus.

Rute, Rolle und Zubehör

Als Rute kommen bei mir so genannte Stalkingruten zum Einsatz, mit denen ich im Sommer auch auf kleinere Karpfen, Barben und Forellen fische. In der Regel nutze ich meine „2 Kraft Stalker“ mit einer Länge von 3m und einem Wurfgewicht von 10-40g. Diese bietet mir eine sehr gute Bisserkennung beim Grundangeln und eine weiche Aktion mit genügend Puffer im Drill großer Döbel.
Als Rolle nutze ich eine einfach Stationärrolle in 3000er Größe, befüllt mit 0,16er monofiler Schnur.

Stationärrolle mit Frontbremse

Eine einfache Stationärrolle mit Frontbremse ist die richtige Wahl für die Döbel-Pirsch.

Als weiteres Zubehör benötige ich nur noch Rutenhalter und ggf. einen elektronischen Bissanzeiger. Gerade an windigen Tagen ist die Bisserkennung an der Rutenspitze nicht so einfach zu erkennen, weshalb ein Bissanzeiger hier ein gutes Hilfsmittel ist.
Da ich für die Montage nicht sonderlich viel Zubehör brauche, habe ich alle weiteren Teile in einer kleinen Tasche dabei. Außerdem trage ich immer einen Kescher und eine Abhakmatte bei mir.

Sicherer Umgang dank Abhakmatte

Für einen sicheren und schonenden Umgang ist eine Abhakmatte von Vorteil.

Das im Winter warme Kleidung, vor allem am Kopf und an den Füßen sehr wichtig ist, versteht sich von selbst.
Wie ich im Winter gezielt auf große Döbel fische und wie ich meine Montage binde, seht ihr auch in diesem Video: https://youtu.be/cWxGa2lzZy8
Mit etwas Ausdauer und einer gut überlegten Platzwahl gelingt auch euch ganz sicher der Fang eines großen Döbels am kleinen Bach.

Dickes Petri,
Simon Gottschall